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Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg hatte im März 2014 der Witwe eines Asbest-Opfers Recht gegeben und damit ein Urteil des Schweizer Bundesgerichts aufgehoben. Daher beschloss das Parlament, die Bestimmungen zu Verjährungsfristen zu überarbeiten und bspw. bei Personenschäden von 10 auf 20 Jahre zu verlängern.

Die aktuelle Studie der österreichischen Umweltorganisation befasst sich mit den Produkten und Profiteuren der Neuen Gentechnik und zeigt, dass technische Innovationen das bestehende Agrarmodell nur kosmetisch etwas "grüner" machen. Sie leitet dies nicht nur aus der aktuellen Produktentwicklung ab, sondern auch aus der Tatsache, dass Verfahren wie CRISPR/Cas eine regelrechte Patentierungswelle ausgelöst haben. (Download: wck.me/14s7)

Das Wort «Synthese» (griech: sýnthesis) bedeutet «zusammenführen», «zusammensetzen». Synthetische Düngemittel sind künstlich hergestellte Düngemittel, man spricht auch von Kunstdünger oder Mineraldünger. Pflanzen brauchen für eine gute Entwicklung neben Wasser und Sonne auch Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphat, Kalium und Spurenelemente wie Magnesium oder Zink. Diese Stoffe nehmen sie aus dem Boden auf. Ein nahrhafter Boden (Humus = Erde) ist im Ackerbau deshalb elementar. Kunstdünger enthalten oben genannte Stoffe in reiner, leicht löslicher Form. Für die Herstellung von Kunstdünger ist viel fossile Energie nötig (Erdöl). In der biologischen Landwirtschaft sind synthetische Düngemittel verboten, da isoliert eingebrachte Mineralstoffe das natürliche Gleichgewicht der Bodenorganismen stören. So können sich Stickstoff oder Phosphor negativ auf die Bodenfruchtbarkeit und die Gewässerqualität auswirken. Kunstdünger enthalten auch Schwermetalle wie Blei, Nickel, Quecksilber, Arsen oder Uran. Die ökologische Landwirtschaft setzt nur organische Düngemittel ein. Diese stammen aus natürlichen Stoffen wie Kompost, Stallmist, Gülle, Gründüngung, Jauche oder Mulch.

Die Sortenvielfalt die Vielfalt innerhalb einer Art, zum Beispiel das Vorhandensein verschiedener Apfelsorten. Heute machen jedoch in ganz Europa drei Sorten nahezu 70 Prozent des Gesamtangebotes am Apfelmarkt aus: Golden Delicious, Gala und Jonagold. Dabei gibt es viel mehr Sorten und viele verschiedene Geschmacksrichtungen. Schon einmal von der Apfelsorte Hansuli gehört? Von der Ananas-Reinette, dem Wehntaler Hagapfel oder dem rund 2000-jährigen Sternapi? Über die vielen verschieden Apfel-, Birnen-, Zwetschgen- oder Kirschensorten erfährt man mehr bei Fructus, eine Vereinigung, die sich um den Erhalt der Sortenvielfalt dieser Früchte kümmert: http://www.fructus.ch

Selbstklonierung ist ein bei Mikroorganismen (Hefen, Bakterien, Mikroalgen) verwendeter Begriff. Er beschreibt das Vorgehen, Gene aus Zellen zu entfernen und sie ins Erbgut von Zellen der gleichen oder eng verwandten Art zu übertragen. Selbstklonierung ist vergleichbar mit der Cisgenese, die bei Tieren und Pflanzen die Übertragung arteigener Gene bezeichnet. In der Schweiz gilt die Selbstklonierung nur dann rechtlich als Gentechnik, wenn sie bei pathogenen Mikroorganismen eingesetzt wird. Selbstklonierte Mikroorganismen für die Getränke- und Lebensmittelindustrie sind hierzulande keine GVO. In der EU gilt folgende Regel: In geschlossenen Systemen wie Laboren gelten selbstklonierte Mikroorganismen nicht als GVO. Werden sie hingegen auf den Markt gebracht, sind sie rechtlich GVO. Da Selbstklonierung von der Gentechnikgesetzgebung ausgeschlossen sein kann, wird sie gerne bei Gentechnikbaukästen für Schulen und für Zuhause verwendet.

Die Grundlage der solidarischen Landwirtschaft (im internationalen Kontext auch Community Supported Agriculture genannt) bildet die direkte Zusammenarbeit zwischen LandwirtInnen und KonsumentInnen. Mehrere private Haushalte tragen die Kosten des landwirtschaftlichen Betriebs, wodurch der Preisdruck wegfällt. Im Gegenzug erhalten sie einen Anteil an dessen Ernteertrag: hochwertige, saisonal und regional produzierte Nahrungsmittel. Dieses System hat mehrere Vorteile. Einerseits ermöglicht es eine Risikoteilung, indem es das Einkommen des Betriebs sichert. Andererseits haben die KonsumentInnen einen persönlichen Bezug zu den Produkten: Sie beteiligen sich aktiv an Planung und Produktion. Ein Jahresabonnement ermöglicht zudem eine längerfristige Zusammenarbeit. Solawi erhöht die Wertschätzung für die landwirtschaftliche Arbeit und die Lebensmittel. Sie unterstützt eine nicht-industrielle, marktunabhängige Landwirtschaft, welche das Umweltbewusstsein und die Verbreitung des ökologischen Landbaus fördert. In der Schweiz existieren zurzeit rund 40 Solawi-Initiativen.