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Gentech-News 455/2021

Mittwoch, 27. Januar 2021

 

GTN 455.1 Covid-19 ist erst der Anfang

Der Soziologe Mike Davis erklärt in einem Interview, warum die Corona-Pandemie nur das erste Kapitel in einer Ära von Pandemien sei. Die heutige Nahrungsmittelproduktion, insbesondere die industrialisierte Massentierhaltung wirke als Beschleunigerin von Pandemien: Mehr Körper auf weniger Raum bedeuten mehr Chancen für die Entstehung von Mutationen oder Hybridviren und für deren Verbreitung. Doch auch die Abholzung der Regenwälder spielt eine bedeutende Rolle bei der Übertragung von Viren auf den Menschen. (Republik, 23.12.20)


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GTN 455.2 Männliche Schweine mit weiblichen Geschlechtsorganen

Der Ebergeruch kann beim Verzehr von Schweinefleisch appetithemmend wirken. Bis heute werden die männlichen Ferkel deswegen meist schon im Ferkelalter kastriert. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) möchte dem Ebergeruch jedoch anderweitig vorbeugen: männliche Schweine sollen gentechnisch so verändert werden, dass sie weibliche Geschlechtsorgane haben. Doch die Genomeditierung an Tieren wirft grundlegende ethische Fragen auf und sie dient in erster Linie der weiteren Intensivierung der Lebensmittelproduktion, sprich Tiere werden meist  gentechnisch so verändert, dass sie unwürdige Massenhaltungen überleben. (SAG, 20.1.21)


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GTN 455.3 England: kommt es zur Deregulierung der Genomeditierung?

Nun da der Brexit vollzogen ist und die EU-Gesetze nicht mehr gelten, möchte die Regierung des Vereinten Königreiches genomeditierte Organismen in England deregulieren. Konkret bedeutet dies die Abschaffung von Risikoabklärungen und der Kennzeichung genomeditierter Produkte. Dies kann nicht nur gravierende Folgen für die Gesundheit von Mensch und Umwelt haben, sondern sich auch negativ auf den Warenexport in die EU auswirken. Die öffentliche Vernehmlassung bezüglich dieser Deregulierung dauert noch bis am 17. März 2021. (GMWatch, 7.1.21 / SkyNews, 10.1.21)


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GTN 455.4 Italien: Kampagne verhinderte vier GVO-Zulassungen

In Italien lancierten 26 Umweltorganisationen eine mächtige Kampagne, welche die Regierung daran hinderte, vier von der Agrarindustrie-Lobby inspirierte Gesetzesentwürfe zu verabschieden. Die Gesetzesentwürfe sollten die Einfuhr von gentechnisch veränderten Organismen (GVO), einschliesslich Produkten neuer gentechnischer Verfahren (NGV), nach Italien erlauben. Nach einem heftigen Sturm in den Medien und öffentlichem Druck auf die Parlamentarier wurden die Gesetzesentwürfe zwar angenommen, jedoch wurden alle Punkte aufgehoben, welche GVO, Produkte der NGV oder Einschränkungen des freien Saatguthandels betreffen. (Navdanya International, 14.1.21)


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GTN 455.5 Tansania: GVO-Verbot schützt lokales Saatgut

Die Regierung Tansanias verbietet ab dem 14. Januar 2021 Forschungsversuche mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) und fordert gründliche Prüfungen von importiertem Saatgut auf GVO. Ziel ist es, die genetischen Ressourcen, lokale Saatgutsorten und die Saatgutsouveränität der Bäuer*innen zu schützen. Anstatt GVO-Projekte sollen künftig alternative Landwirtschaftstechniken erforscht werden, die Saatgut, Ertrag und Produktivität verbessern. (Ippmedia, 14.1.21)


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