Nanotechnologie

17.3.2014 / Nanotechnologie

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Unfallszenario aus dem Jahre 2012. Ein Lastwagen verliert mehrere Säcke mit 750kg Titandioxid. Da Titandioxid nicht als gefährliches Material klassiert ist, haben Arbeiter des Strassenunterhalts die Stelle ohne besondere Vorkehrungen gereinigt. Foto: Viry.

Die Störfallverordnung bezweckt den Schutz der Bevölkerung und der Umwelt vor schweren Schädigungen durch Störfalle, die beim Betrieb von Anlagen entstehen können. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Störfallverordnung zählt unter anderem das Erfassen der Risiken für die Bevölkerung und die Umwelt. Die Störfallregulierung soll Mensch und Umwelt auch vor unfallbedingten Freisetzungsrisiken von Chemikalien schützen. Die Störfallbewältigung muss auch den Entwicklungen neuartiger Technologien gerecht werden. Dazu gehört zweifellos die Nanotechnologie. Nowack und Mitarbeiter haben die Nanotechnologie mit Blick auf Störfälle erörtert. Sie kommen zum Schluss, dass es keine nanospezifischen Wege der störfallmässigen Freisetzung von Nanomaterialien gibt, das heisst die Sicherheitsstandards für Chemikalien können auch für Nanomaterialien angewendet werden. Dazu gehören die separate Lagerung von brennbaren Lösungsmitteln und getrennte Rückhaltebecken. Das Potential der Freisetzung in die Umwelt von Nanomaterialien sei in pulvriger Form grösser als im Falle von Suspensionen (in einer Flüssigkeit fein verteilte Festkörper). Die Problematik mit nanohaltigen Pulvern könne aber gelöst werden wie bei konventionellen chemischen Stäuben.

11.02.2014 | Nanotechnologie

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Immer mehr Kosmetika enthalten Nanomaterialien. Bild: wikipedia

In der Schweiz muss gemäss dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) der Hersteller, Importeur und Inverkehrbringer von kosmetischen Mitteln sicherstellen, dass die von ihm in Verkehr gebrachten kosmetischen Mittel die gesetzlichen Anforderungen in allen Teilen erfüllen (Selbstkontrolle). Dies gilt auch für nanohaltige Kosmetika. Kosmetische Produkte, welche die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, sind nicht bewilligungspflichtig, weder durch das BLV noch durch die kantonalen Vollzugsbehörden. Für die stichprobenweise Kontrolle der im Handel befindlichen kosmetischen Mittel sind die kantonalen Vollzugsorgane zuständig. In der Schweiz müssen Nanomaterialien in Kosmetika nicht gekennzeichnet werden. Anders ist es in der EU: Hier müssen kosmetische Mittel, die Bestandteile in Form von Nanomaterialien enthalten, im Verzeichnis der Inhaltsstoffe eine entsprechende Angabe der Inhaltsstoffe enthalten.

21.01.2014 | Nanotechnologie

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Schema einer Kehrichtverbrennungsanlage für Experimente zum Verhalten von Nanopartikel. Bild: Tobias Walser, Wendelin J. Stark; www.bag.admin.ch

Die zunehmenden Anwendungen von Nano-Produkten führen dazu, dass immer häufiger Abfälle mit synthetischen Nanomaterialien anfallen. Heute werden Nanomaterialien beispielsweise bereits in Textilien, Kosmetika, Medizin, Farben, Kunststoffen oder Lebensmitteln eingesetzt. In Zukunft werden Nanomaterialien in weiteren Bereichen wie der Landwirtschaft, dem Fahrzeugbau oder der Energie- und Umwelttechnik zu finden sein. Bei der Entsorgung der verschiedensten Arten von Nanomaterialien können Mensch und Umwelt durch möglicherweise gefährliche nanoskalige Stoffe belastet werden. Auch könnten die synthetischen Nanomaterialien das Recycling beeinträchtigen. Das Bundesamt für Umwelt BAFU führt auf seiner Webseite in der Rubrik „Abfälle“ einen Abfallwegweiser für „Nanoabfälle“. Angeboten werden eine ökologische Beurteilung, Antworten auf Fragen zur Entsorgung/Recycling und Einschätzungen zum Handlungsbedarf.

10.12.2013 | Nanotechnologie

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In Frankreich wurden 2012 13 Millionen Kilogramm Nanopartikel für die Erzeugung von Lebensmitteln registriert.  Bild: www.developpement-durable.gouv.fr.

In Frankreich wurde 2013 eine Berichtspflicht für Nanomaterialien eingeführt. Dazu hat das französische Umweltministerium 2012 ein Dekret erlassen, das in Europa einmalig ist. Unternehmen und Forschungslaboratorien, die mit Nanomaterialien arbeiten, müssen ab Mengen von mehr als 100 Gramm die Art des hergestellten, importierten und gehandelten Nanomaterials, seine Verwendung und die Menge melden. Nun hat das französische Umweltministerium die erste Bilanz des Inventars für das Jahr 2012 publiziert. Bis Ende Juni 2013 hatten 930 Institutionen (Verteiler 68 %, Produzenten 6 %, Importeure 2 % und „andere“ 4 %) insgesamt 3'400 Deklarationen abgegeben. Die Angaben betreffen 500'000 Tonnen Nanomaterialien, die im Jahre 2012 in Frankreich in den Verkehr gebracht wurden.

6.12.2013 | Nanotechnologie

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Nanotechnologie bei Lebensmitteln: Noch gesünder, schmackhafter, bequemer? Bild: en.wikipedia.org.

Die Pläne der Lebensmittelindustrie für die Verwendung der Nanotechnologie sind gross. Manche Ideen klingen noch wie Science-Fiction. So etwa, dass ein Fertiggericht in der Mikrowelle bei bestimmten Wattzahlen unterschiedliche Aromen entwickelt. Ein Artikel von „ZEIT ONLINE“ geht der Frage nach, ob und wo in Deutschland bereits Nanomaterialien in Lebensmitteln verwendet werden. Dazu wurden Fachleute aus Behörden, Instituten oder Verbänden befragt. Eines ist klar: Nanomaterialien im Essen macht den Deutschen Angst. Industrie und Supermärkte sind entsprechend zurückhaltend. Die Lebensmittelindustrie will ein ähnliches Desaster wie beim Thema Gentech-Lebensmittel vermeiden. Denn je näher die Nanopartikel dem Körper kommen, desto geringer ist die Akzeptanz.